MPC / HCI Deepsea Oil Explorer GmbH & Co. KG

Als einer der größten geschlossenen Fonds mit mehr als 5.500 Anlegern wurde der Deepsea Oil Explorer gleichzeitig von den Emmissionshäusern der HCI und der MPC – Capital Gruppe  im Jahr 2008 aufgelegt.

Doch von Anfang an stand das Projekt unter einem schlechten Stern. Das eigentliche Fondsobjekt, eine hochseetaugliche Erdöl- und Gaserkundungsplattform konnte erst mit erheblicher Verspätung fertig gestellt werden, was zu erheblichen Strafzahlungen und Einnahmeausfällen geführt hat. Eine lange Zeit drohte dem Fonds gar die Insolvenz, wenn nämlich der Charterer, die brasilianische Firma Petrobras, von seinem Kündigungsrecht Gebrauch gemacht hätte und dem Fonds damit aller Wahrscheinlichkeit noch vor dem eigentlichen Beginn bereits wieder den Todesstoß versetzt hätte.

Auf einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung vom 24.06.2011 stimmten die Anleger notgedrungen einem Sanierungskonzept zu, welches allerdings erhebliche Zweifel darüber aufkommen lässt, ob dem Fonds überhaupt von Anfang an ein tragfähiges Konzept zu Grunde gelegen haben kann. Ergebnis dieser Sanierungsbemühungen ist es zunächst, dass der Betreiber der Plattform ausgetauscht wurde und weitere Kredite von über 100 MIO USD aufgenommen werden mussten. Daher wird es erste Ausschüttungen für die Anleger frühestens 2016, wahrscheinlich sogar erst 2017 geben. Der nunmehr prognostizierte Gesamtmittelrückfluss reduzierte sich auf 210 %. Dies wurde den Anlegern gegenüber mit den erhöhten Kosten für die verspätete Ablieferung, Strafzahlungen an den Charterer Petrobras sowie der Anpassung der Gewinnverteilungsmechanismen infolge der Erhöhung der Kreditlinien erklärt.

Anlegern ist die Investition in diesen geschlossenen Fonds häufig als sichere und zur Altersvorsorge geeignete Investition verkauft worden. Tatsächlich wurden die Anleger unserer Ansicht nach nicht ausreichend über das weit überdurchschnittliche Risiko der verspäteten Fertigstellung und Auslieferung der Plattform aufgeklärt. Nachdem sich dieses Risiko tatsächlich verwirklicht hat, wird darüber hinaus deutlich, welche gravierenden Folgen dies für das Kapital und die Ausschüttungen der Anleger hat. Da gleichzeitig sowohl erwartete Einnahmen ausbleiben und höhere Kosten anfallen, befindet sich der Fonds bereits vor der eigentlichen Inbetriebnahme der Plattform in einer extremen Schieflage.

Anleger müssen sich fragen, ob sie bei der Beratung zum Abschluss dieser Beteiligung ausreichend über die damit einhergehenden Risiken (vor allem das Totalverlustrisiko) aufgeklärt worden sind. Auch haben vermittelnde Banken ihre Kunden häufig nicht darüber aufgeklärt, dass diese im Zusammenhang mit der Empfehlung der Beteiligung an der MPC / HCI Deepsea Oil Explorer GmbH & Co. KG eine Rückvergütung erhalten haben. Diese unterlassene Aufklärung alleine kann für den Anleger einen auf Rückabwicklung gerichteten Schadensersatzanspruch begründen.

Für die von uns vertretenen Mandanten werden wir auftragsgemäß Rückabwicklungsansprüche ggf. auch gerichtlich durchsetzen. Wie üblich ist auch hier die Verjährungsfrist der Schadensersatzansprüche unbedingt zu beachten. Ein Abwarten auf rechtskräftige Gerichtsurteile, die es meist nicht gibt, da sich unsere Anspruchsgegner in solchen Fällen oft vorher vergleichen, ist nicht ratsam. Wir empfehlen daher ein sofortiges Handeln, denn im Falle einer Verjährung können Schadensersatzansprüche nicht mehr durchgesetzt werden.