Wertpapiere

Wertpapiere gehören zu den bekanntesten Geldanlageformen. Leicht zu verstehen sind die Funktionsweisen vieler hochkomplex ausgestalteter Wertpapiere für Laien aber heutzutage nicht mehr. Risiken, die sich dahinter verbergen, sind oft nicht erkennbar und werden nicht selten verharmlost. Daher wäre an sich eine qualifizierte Beratung beim Kauf von Wertpapieren für viele heute dringend notwendig.

Laut Stiftung Finanztest (Heft 01/2010: „Die große Blamage") sind aber heute rund 80 % aller Beratungen von Banken fehlerhaft. Davon sind nicht nur die bekannt gewordenen Lehman-Zertifikate, sondern Wertpapiere aller Art betroffen.

Wer Geld investiert, hat Wünsche und Ziele. Diese muss ein Berater beachten. Er soll dem Kunden das für diesen optimale Produkt empfehlen. Das wird aber immer schwieriger, denn viele Berater sind heute angesichts der Vielzahl der Produkte und der Informationsflut oft selbst überfordert. Eine nicht geringe Rolle spielt ferner der Druck, der auf Berater ausgeübt wird; meist ist er nur noch Verkäufer der Produkte der Bank und nicht mehr Berater des Kunden. Das liegt vor allem an den versteckten Provisionen (siehe dazu unter Provisionen und Kick-Back Zahlungen).

Die Folge sind massenhaft auftretende Falschberatungen, die entweder das vom Kunden gewünschte Anlageziel ignorieren (keine anlegergerechte Beratung) oder sich aus der unzureichenden Aufklärung über das Wertpapier selbst ergeben (keine anlagegerechte Beratung).