// Widerruf von Autokrediten

Die Finanzierung von Neu- und Gebrauchtwagen über die hauseigenen Banken der Hersteller ist gang und gäbe. In einer erheblichen Vielzahl von Fällen sind die verwendeten Widerrufsbelehrungen fehlerhaft.

Die günstige Folge für Privatkunden: Auch heute noch kann der Vertrag widerrufen werden, da die Widerrufsfrist noch nicht begonnen hat. Der Kunde kann damit auf jeden Fall einmal seine Anzahlung und die erbrachten Tilgungsleistungen zurückverlangen. Der Widerruf des Darlehens führt zur Aufhebung auch des Kaufvertrags. Damit ist der Widerruf aber auch besonders für die Betroffenen des sog. Diesel-Abgasskandals interessant, die ihr Auto nicht mehr fahren wollen oder in manchen Städten sogar nicht mehr fahren dürfen.

Für den Fahrzeughalter, der auf diesem Weg seien Wagen loswerden möchte, stellt sich oftmals noch die Frage, ob er eine Nutzungsentschädigung zahlen muss. Das Landgericht Berlin und das LG Arnsberg gingen hiervon aus, nunmehr hat jedoch erstmals das Landgericht Ravensburg in seinem Urteil vom 07.08.2018 (Az.: 2 O 259/17) entscheiden, dass kein Wertersatz gezahlt werden müsse. Danach erhielt der Kunde sämtliche gezahlten Raten zurück und musste weder Wertersatz noch Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer zahlen. Möglich ist dies seit dem 13. Juni 2014 durch eine Gesetzesänderung. Die Wertersatzpflicht des Verbrauchers ist seitdem davon abhängig, dass der Verkäufer den Käufer über sein Widerrufsrecht unterrichtet hat.

Aber selbst für den Fall, dass Nutzungsentschädigung für die gefahrenen Kilometer und die dadurch entstandene Wertminderung des Autos gezahlt werden muss, kann es für den Besitzer eines Dieselfahrzeuges dennoch interessant sein den Vertrag zu widerrufen, wenn das Fahrzeug nur eine geringe Laufleistung aufweist. In jedem Fall beraten Witt Rechtsanwälte Sie gerne.